Hähnchen und sein Wahnsinn

Wer jetzt denkt, ich würde ich mit dem Töten von männlichen Kücken beschäftigen, täuscht sich. Mich beschäftigt viel mehr folgender Radiobeitrag, den ich letzte Woche gehört habe:

Bayern 2 Podcast: das Huhn und die globale Wirtschaft.

Wer es sich nicht anhören möchte, hier eine kurze Zusammenfassung: Die Hühnerzüchter in Ghana können nicht von ihrem Erwerb leben, weil billigste Hühnerteile wie Schenkel und Flügel aus der EU nach Ghana importiert werden. Diese Fleischteile sind aus EU-Sicht oftmals „Abfall“, weil er Konsument in der EU Hühnerbrust vorzieht und bei jeder Hühnerbrust bleiben nun mal zwei Schenkel und zwei Flügel über. Dazu kommt erschwerend, dass die Hühner in der EU mit Subventionen der EU gefördert werden.

Fassen wir also mal zusammen: Unsere Steuergelder werden zur Subventionierung der Hähnchenzüchter verwendet, die unter Umständen auch noch Menschen zum Mindestlohn beschäftigen, denen dann mit aufstockender Hilfe aus dem Sozialgesetzbuch geholfen werden muss. Das finanziert sich natürlich auch über unsere Steuern. Dann werden die nicht benötigten Hähnchenschenkel und -flügel mit Schiffen, die mit Schweröl betrieben werden und unserer Umwelt schaden, nach Ghana exportiert und dort auf den Markt gebracht. Das wiederrum bringt die dortigen Hähnchenzüchter in Probleme, also muss man das Problem per Entwicklungshilfe, finanziert von unseren Steuergeldern, versuchen in den Griff zu bekommen. Einige der perspektivlosen Hähnchenzüchtern gelingt aber unter Umständen die Flucht über das Mittelmeer nach Europa, dort werden sie dann als Migranten wiederum mit unseren Steuergeldern unterstützt und dennoch irgendwie in Abhängigkeit gehalten. Da sieht man, wieviel das Versprechen der Regierung wert ist, dass sie die Ursachen für Migration bekämpfen möchte.

Ich liste mal die möglicherweise geflossenen öffentlichen Gelder auf, die es braucht, um die Wirtschaft in Ghana dauerhaft klein zu halten:

  • Subvention der Hähnchenzüchter über die EU als Landwirtschaft
  • erweiterte Sozialhilfe für die Arbeiter auf der Farm, falls ihr Einkommen nicht ausreichend ist, um ihre Familie zu ernähren
  • Subventionierung der Reederei und/oder des Schweröls
  • Maßnahmen wegen des Klimawandels wegen der Schifffracht
  • Entwicklungshilfe in Ghana
  • Rettung des Flüchtenden aus dem Mittelmeer
  • Integration und Unterhalt des Flüchtenden in der EU

Praktischerweise könnte dann der ghanesische Flüchtling gleich auf der Hühnerfarm in der EU arbeiten, damit das System schön aufrecht erhalten wird.

Lasst uns handeln: Kauft nur noch ganze Hähnchen! Eine gute Quelle dafür ist kaufeinhuhn.de/